Photos des Tages

ich war einkaufen… auf dem Markt. Ich freue mich jedes mal wieder, wenn ich da ankomme, wenn ich ganz viele bunte Gemüse in meinen Rucksack packe, die ich vorher mit drei Brocken Hebräisch erstanden habe und mich dann auf mein Rad schwinge, um nach Hause zu fahren und meine Einkäufe in den Topf zu werfen. Heute gibt es Kürbissuppe.

Auf dem Rückweg habe ich einen Abstecher durch Bialik St. gemacht, um euch ein paar Photos zu liefern.  Bestimmt eine der schönsten Straßen Tel Avivs auch, wenn es schwer fallen würde, eine tatsächliche Rangliste zu erstellen. Es gibt so viele Boulevards, Alleen, überall stehen Bäume und besonders schöne Bäume.

Bialik St ist benannt nach Bialik , dem Dichter der Nation. Überraschenderweise steht hier dann auch sein Haus, extra für ihn erbaut, heute Museum und Bibliothek.

Und der Mittelpunkt der Straße, hier biegt sie nach links ab, das alte Rathaus, in dem Meir Dizengoff, “erster” Bürgermeister der Stadt seinen Sitz hatte. Damals der Mittelpunkt der Stadt, Stadtzentrum. Jetzt ist der Platz mit dem Brunnen davor Treffpunkt und im Haus befindet sich das Tel Aviv Stadt Museum, das von mir noch besucht werden will.

Ja schön ist es und das schönste ist, dass es zwei Minuten von meiner Haustür entfernt ist und es so warm ist, dass man es tatsächlich abends genießen kann, irgendwo draußen zu sitzen. So wie ich gerade vor meiner Tür zwischen meinen Kräutertöpfen sitze, zwischendurch mal in meiner Suppe rühre und mich vor meinem Abwasch und meiner Joggingrunde am Strand drücke. Wie fein.

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Photo des Tages

Auf dem Weg zum Markt, den ich heute, auch wenn er zu Fuß nur 7 Minuten ist, luxuriöserweise und erstmals mit meinem neuen Gefährt(en), dem Fahrrad, zurückgelegt habe kam ich hier bei mir um die Ecke an der Rückseite des alten Rathauses, das heute das Tel Aviv Museum beherbergt vorbei.
Architektonisch gesehen auch aus dieser Perspektive sehr gelungen macht es sich auf einem Photo aber wohl doch von der Vorderseite besser. Da ich aber nun mal mit dem Rädchen war und man zu Vorderseite nur über die sichtbaren Treppen gelangt, wenn man einen Umweg zum Markt vermeiden möchte und ich aber gleichzeitig ein paar mehr Bilder posten möchte muss es diese Aufnahme für heute tun. Ein kleines Stückchen Tel Aviv, sehr repräsentativ irgendwie, vielleicht versteht ihr warum wenn ich ein Bild von der anderen Seite poste, es trifft Alt auf Neu, das einzige, was TLV-untypisch ist, es ist fabelhaft restau- und renoviert.

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nach der Stille

nicht, dass ich nichts zu berichten hätte, nein… ich drösle das mal auf.
Ich halte es für völlig überflüssig Erwartungen zu haben. Gleichzeitig ist das etwas, das ich zumindest, so gerne ich das würde nicht unterlassen kann. Egal was ich mache, bzw was ich plane zu tun wirft so zu sagen seine Schatten vorraus. Die Schatten sind Bilder, Bilder in meinem Kopf. Das ist unbeeinflussbar. Nun ist das mit den Bildern und der Realität aber so wie mit Büchern und deren Verfilmungen: man liest und ohne das aktiv zu betreiben formt sich ein Bild von den Charakteren, von der Szenerie, dann schaut man sich den dazugehörigen Film an (warum man das immer wieder tut ist mir eh ein Rätsel) und denkt in die allermeisten Fällen sowas wie “what the fuck? alter ey! sach mal spinnt ihr das ist ja wohl nicht euer Ernst, so sieht der Typ doch gar nicht aus verdammt” (sowas in der Art halt) Wie soll denn ein Film auch der eigenen Vorstellung entsprechen.
So ist das auch mit den Bildern und der Realität. Unbemerkt ignoriert mein Hirn die ihm in harter Arbeit beigebrachte Vernunft, den anerzogenen Realitätssinn und kreiert utopisch idyllisch oder unwahrscheinlich spannende aufregende Vorstellungen , sodass ich, wenn dann mit der Wirklichkeit konfrontiert bin, sowas denke wie “Ich glaubs einfach nicht, soist das also… verdammte Scheiße… das ist doch nicht dein Ernst, Anabel mann, du hast doch nicht wirklich gedacht, dass das so sein wird. Lass das doch einfach mal mit den Erwartungen, wie soll denn jemals irgednwas mit deiner blöden Phantasie mithalten können?” Kurz gesagt: man ist enttäuscht, ich bin enttäuscht. Oder sagen wir mal so: ob meiner wirklich übertriebenen ungezügelten Vorstellungskraft werden meine Bilder aka Erwartungen selten übertroffen was initial meist dazu führt, dass ich enttäuscht bin. Dann bin ich sauer, weil Enttäuschung so ziemlich das letzte ist, eine fiese Luxusemotion, die man zuallem Übel auch noch selbst zuverschulden hat und die eigentlich auch völlig unangemessen ist, denn all die schönen Bilder sind ja, wenn auch nicht real auch was wert. Erstmal gehen die, zumindest bei mir nicht verloren, wenn ich mit der Wirklichkeit konfrontiert werde, sonder bestehen in meinem Kopf weiterhin fort, sodass ich nehme es mal an die Hälfte meiner Erinnerung gar nicht real ist und die Erlebnisse, die ich jetzt habe und die Ort die ich heute kennenlerne in 20 Jahren in meinem Kopf ganz anders aussehen als in Wirklichkeit. Außerdem lösen schöne Bilder Vorfreude aus und ich möchte zwar nicht behaupten Vorfreude wäre die schönste Freude, aber mir spukt seit Jahren so ein Satz im Kopf rum, der Vorfreude ganz gut charakterisiert “du sagst ‘aber ich hab mich doch so darauf gefreut…’ ja ist das denn nichts?”. Vorfreue, bzw. die Erwartungen lassen einen manche Erfahrungen ja erst machen, wüsste man im Vorhinein wie es wirklich ist würde man sich manche Dinge gewiss sparen, (ihr wisst wovon ich reden) aber gewonnen hätte man dadurch nichts, man hätte eine Erfahrung ausgelassen.

Nun so ist das mit mir und meinen Erwartungen, ich hasse das, es treibt mich in den Wahnsinn, dass ich egal wohin ich komme, was ich mache mich erstmal damit auseinandersetzen muss wie ich mir das eigentlich vorgestellt hatte. Erstmal muss ich immer meine Bilder verscheuchen um was von der Wirklicheit aufnehmen zu können.

Lange Rede nach langer Stille, um das auf den Punkt zu bringen. Es war alles nicht so wie ich mir das vorgestellt hatte, das mit der Wohung ha mich genervt, Uni war auch nicht so prall und ich hatte zwar Spaß und mir ging es nicht schlecht, aber ich dachte das müsste anders sein.

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Hallo Welt!

Bin umgezogen, im echten Leben leider noch nicht! feedback ist erwünscht

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Bus-Gedanken

Indien

Man kann hier keine Zeit verbringen. Zeit verbringen im Sinne von auf einer Bank sitzen und dem Treiben auf dem Markt zu schauen oder auf dem Bürgersteig oder im Cafe. Erst mal aus dem profanen Grund: es gibt nichts von alle dem und gaebe es diese Moeglichkeiten: sie wuerden einem vermiest durch die abertausend Fliegen,die einen heimsuchen sobald man auf der Strasse ausser Bewegung geraet. Vielmehr ist aber der Grund dafuer einer, den zuzugeben mir schwer faellt: ich habe dieses Gefuehl.

Fragen,ausgestreckte haende, ja sogar schon Blicke sind mir mitunter unangenehmer als die Fliegen. Fliegen kann man mit einer Handbewegung in die man all seinen Unmut, seine Gereiztheit, seinen Widerwillen und Aerger legen kann verscheuchen. Sie kommen wieder, ja, aber man selber hat sich etwas Luft gemacht wie man, und hier passt das so schoen, sagt.

Bei Menschen ist das anders, natuerlich. Und doch ertappe ich mich dabei wie ich, weil grade ein armes dreckiges Maedchen vor mir steht, mir ans Knie klopft und die Hand zu mir hochstreckt, mit besonderer Aggression diese Geste mache: wie ein abgehacktes Wedeln, viel mehr zwei drei kurze Schlaege in die Luft vor meinem Gesicht; eine übertriebene Bewegung um eine Fliege von meiner Stirn zu vertreiben.

Warum ist das Interesse der Menschen hier fuer mich Aufdringlichkeit, warum empfinde ich ihre staunenden Blicke auf uns als unertraegliche Gafferei? Warum vermute ich bei jedem freundlichen Gruss den Wunsch uns etwas zu verkaufen, warum warte ich schon bei einem etwas laengeren Blick auf die frage “whats your country” und warum packt mich da schon der Widerwille diese einfache Antwort zu, dieses kleine Stueck Information ueber mich preis zu geben.
Was gibt mir das Recht die Menschen, in deren Land ich Gast bin, nicht zu moegen?
Wie kann ich die Menschen verachten fuer die Umstaende unter denen sie leben? Fuer die Bildung die sie nicht genossen haben, die Erziehung die sie nicht erhalten haben, die Chancen die ihnen nicht gewaehrt werden.
Wie kann ich ueber Menschen richten, die ich nicht verstehe. Sie leben in einem Land das ihnen die Freiheit gibt zu waehlen, in einer Gesellschaft, die sie in Kasten einteilt. Sie verehren Mahata Gandhi, der fuer ihre Freiheit und fuer Gleichheit gekaempft hat und sehen gleichzeitig einen entrechteten enteigneten Maharadscha als ihren Koenig an. Sie sind furchtbar stolz, keine Frotzeleien ueber Sitten oder Preise werden einem erlaubt keine Unterstellungen verziehen. Skeptik, Vorsicht, Bedarf an Vergewisserung werden als Beleidigung aufgefasst, auch wenn sie berechtigt waren.

Aber trotzdem wie komme ich dazu es als Belaestigung zu empfinden wenn mich ein Inder fragt woher ich komme aber die gleiche Frage von einem Touristen gestellt gerne zu beantworten.
Genauso wie ich zu hause nicht alle, sagen wir alle Maenner mit Glatze ueber einen Kamm schere und jeden generell verachte, weil einer mal zu mir gesagt hat Israel haette kein Existenzrecht kann ich ja hier eigentlich den Chaiverkaeufer nicht so anfahren. Er kann ja nichts dafuer, dass vor ihm schon zwei Jungs versucht haben uns Chai zu verkaufen, ja noch schlimmer, er kann es nichtmals wissen. Das einzige was ich ihm eigentlich vorwerfen kann ist seine eigene Hartnäckigkeit mit der er versucht uns von seinem Chai zu ueberzeugen und deshalb ist mein schroffes ewas zu lautes NO eine totale Ueberreaktion und eine Ungerechtigkeit dem Jungen gegenüber. Schlimmer noch Hohn wenn ich genervt auf deusch etwas wie ‘ich will deine Bruehe nicht’ sage und wir lachen muessen. Gemein, sicher, nicht so gemeint eigentlich. Denn verstehen tut er es ja nicht und nur deswegen sage ich esueberhaupt. Den Spott aber muss er ja verstehen.
Ich verspotte und verhoehne Kinder die im Bus Tee verkaufen muessen. Ich, die ich frueher am Strand Muscheln verkauft habe und sauer war wenn sie keiner wollte. Ich war sauer…und dann bin ich Eisessen gegangen….mit Krokant. Und ich spotte…

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7 Tage danach

6.9.10
ich bin seit einer Woche wieder zu Hause. Ach was habe ich mich darauf gefreut zeitweise. Und das ist merkürdig. Auch früher schon habe ich mich gegen Ende des Urlaubs darauf gefreut wieder nach Hause zu kommen, in meinem eigenen Bett zu schlafen, meine Freunde zu sehen. Ich habe mich immer, glaube ich, auf die Schule gefreut, oder auf die Uni. Aber gleichzeitig wollte ich nie, glaube ich, dass der Urlaub vorbei ist, nie wollte ich weg das heißt, nach Hause um des zu Hause seins willen.
Nun ja, die schlimmsten Tage waren in Khajuraho. Ich hatte einfach keine Lust mehr, das kommt dem Gefühl nahe, dass ich am Ende des Semesters bekomme, wenn ich schon seit Monaten durch lerne und sogar Lebenszeit geben würde, wenn es nur endlich nach der Klausur wäre.
Die letzten drei Tage waren dann eigentlich wieder schön. Das Gefühl hatte sich gelegt und zurück in Mumbai hatte ich stat dessen das Gefühl gerne wieder am Anfang der Reise zu sein, alles nocheinmal neu anzugehen. Ich habe mir mit neuem Enthusiasmus die Märkte angeschaut, wir sind nochmal in das Leben auf den Indischen Straßen eingetaucht und, vielleicht, weil ich mich nach 5 Wochen doch an Indien gewöhnt hatte und wahrscheinlich auch, weil Mumbai dann doch weiter entwickelt und sauberer ist, habe ich es richtig genossen. Da wiederum musste ich mich fragen, ob es nicht doch an mir lag, an unserer Einstllung. Und obwohl ich nichts davon halte etwas zu bereuen hätte ich die Reise da gerne nochmal begonnen, oder wiederholt vielleicht?

So oder so, es wird sich bestimmt in den nächsten Wochen der weichzeichnende Schleier der Erinnerung über diese Reise legen und nächstes Jahr, wenn die Sommerurlaubsplanung ansteht und ich merke, dass ich weder Zeit noch Geld für eine größere Reise habe werde ich mich, in diesen weichgespülten Erinnerungen schwelgend nach Jhodpur oder so zurück sehnen.

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Tag 25/26 – Varanasi

21./22.8. Lest selbst Varanasi
heiliger Ganga…
der absolute Wahnsinn
ich kann nix schreiben, ich hab keine Lust, ich will nicht mehr.
jetzt nicht, heute ist kein guter Tag ich wuerde Varanasi Unrecht tun.

06.09.10
Was bekomme ich noch zusammen? Na Varanasi war ja recht eindrücklich, angefangen mit dem Weg zum Hotel. Wie gewöhnlich nahemn wir vom Bahnhof auf eine Rikscha, der Fahrer warnte uns schon, dass die Gassen in der Altstadt so eng wären, dass wir noch ein Stück lafen müssen, aber er würde uns dahin führen. “ein Stück laufen” entpuppte sich als ausgewachsener Treck durch ein Gewirr von Gassen, ein Labyrinth aus Kuhfladen und Müllhaufen so etwa 5 Minuten und dann nochmal 5 und ja wir sind in 2 Minuten da nochmal 5 und nach jetzt hier hinter der nächsten Ecke nochmal 5 Minuten mit 15 Kilo auf dem Rücken. Um vorzugreifen, mysteriöser Weise war der Weg vom Hotel zur befahrbaren Straße am nächsten Tag viel kürzer. Nur etwa ” wie lange müssen wir denn jetzt… oh guck mal wir sind schon da”. Tja vielleicht lag es daran, dass Sonntag war oder der Taxifahrer ein Idiot, das werden wir wohl nie erfahren.
Gero war zeimlich platt und wir beide komplett durchgeschwitzt und hungig. Das haben wir dann mit diversen Mitteln alles behoben und sind dann losmaschiert um und die berühmten Ghats anzugucken. Pilgerort für *Zahl* Hindus. Ort für alles, was man so mit Wasser anstellen kann. Baden, trinken, Wäschewaschen, anbeten, abfüllen, Wundenreinigen, Leichen reinwerfen, Wasserbüffel sich abkühlen lassen, springe, planschen, Zähneputzen. Die heilige Mutter Ganga. Wenn man den Leuten zuschaut beim baden passiert etwas mystisches: Sobald sie auch nur 2 Zentimeter undter die Wasseroberfläche tauchen sind sie verschwunden, die heilige Mutter Ganga schließt sich über ihnen, umarmt sie vollständig. Mystisch?
Es ist spannend, aus Indiens verquere Art schön auf den Treppenstufen zu sitzen und dem Treiben am, im, mit dem Fluss zu beobachten. Es ist faszinierend…
Man kann alle Ghats am Wasser ablaufen und irgendwann kamen wir zu einem an dem Leichen Verbrennungen stattfanden. Was soll ich sagen? Frauen nehmen an dieser Zeremonie nicht teil, aber es ist kein Problem sich als Touristin hinzusetzen und den Menschen beim Holzstapeln,beim trauern , beim brennen, und den Hunden beim Nagen zuzuschauen. Es ist verboten zu weinen, das hällt die Seelen davon ab aufzusteigen, also aus dem Kreislauf der Wiedergeburt auszusteigen. Das habe ich aber erst am nächsten Tag erfahren. Ach je… es ist obszön, dass das eine Touristenattraktion ist
Dann sind wir in ein Boot gestigen, kurz vor Sonneuntergang und ein bisschen auf dem Ganges herumgetrieben, haben eine kleine Schwimmkerze zu wasser gelassen und und als es dunkel war eine merkwürdige Zeremonie mit riesig viel Publikum, Rauch und Räucherstäbchen, Kerzen und Blumen und Pristern und Glocken angeschaut.
Am nächsten Tag haben wir noch ein paar Ghats angeschaut, habe mich geweigert mir noch mehr Verbrennungen anzusehen, stattdessen Chai aus einmal Tonbecherchen (ach die Indische effizienz..) getrunken und Paschminaschals begutachtet. Hier und dorthin gelaufen, dies und jenes gemacht, nett gegessen und dann zum Zug aufgebrochen.

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FREITAGS IN AGRA

ich beginne also den rest meines Urlaubs mit dem Taj Mahal.
Das war eigentlich ein guter Plan. Aber ich habe Indien vergessen. Heimtueckisches Indien.
Wer haette das wissen koennen. Ich jedenfalls nicht. Aus mehreren Gruenden: zum einen habe ich den ueberblick verloren, ich weiss zwar welches Datum ist, das verraet meine Uhr mir, aber wen interessiert im Urlaub schon der Wochentag. zum anderen ist meine Ignoranz wohl ziemlich grenzenlos, wahrscheinlich generell und im Moment noch mehr, da ich so mit mir selber bzw. mit uns beschaeftigt bin, dass alles andere mein Interesse kaum zu wecken mag.
Ich wusste es also nicht, deshalb waren wir FREITAGS IN AGRA. Freitags in Agra, der Stadt in der der Taj Mahal steht, eines der beruehmtesten Bauwerke der Welt, auf unzaehligen Postkarten und Bildern verewigt, geruehmt, angebetet, ohne Frage ueberschaetzt und verklaert, aus weissem Marmor, in beispielloser Symetrie errichteter wundervoller Taj Mahal.
Erbaut von irgendwem fuer die Irgendwems Liebslingsfrau als Mausoleum. wen interessierts. Irgendwem hatte wohl irgendwas mit den Mogulen zu tun. wen interessierts. und, dass die mogule dem Islam angehoeren. und Muslime in Moscheen beten. eine Moschee neben dem tollen Verschwendungsbauwerk steht in dem Muslime beten. wen interessiert das eigentlich?
Ach grenzenlose Ignoranz… Muslime, die beten gerne freitags. die beten gerne freitags in ruhe in ihrer lieblings Moschee neben dem Taj Mahal. ganz in Ruhe, ungestoert, alleine. Tore zu!
Freitags in Agra, das Motto dieser Reise.

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19.8.10 – Jaipur

eine Zusammenfassung, ein zwischen Fazit, eine Bestandsaufnahme, ein Rueckblick auf diese Reise bis hierher? Oder auch nicht, vielleicht eher der Versuch mir darueber klarzuwerden wie es mir geht, wie es mir ging, ob ich hier sein moechte ob ich hier sein wollte.
Was ist Indien fuer mich? Mag ich es? Ich weigere mich hartnaeckig und die meiste Zeit mit Erfolg mir selber einzugestehen, dass ich es nicht leiden kann, dass ich es hasse, dass ich mich hier nicht wohl fuehle, dass ich mich nicht zurecht finde und es nicht geniessen kann. Warum kann ich das nicht? Erstmal ist es mir unmoeglich nicht daran zu denken, dass alle anderen es anscheinend total toll finden. das bedeutet dann wohl, dass es an mir liegt, nicht am Land, dass meine Einstellung zu diesem Land daran Schuld ist, dass ich es nicht mag. Un d ich will iegentlich gar keine Einstellung haben, ich will mir keine Meinung bilden. Das hiesse ja ich staende ausserhalb, abseits und wuerde mir das alle einfach nur anschaun, ich will es aber doch erleben, aufnehmen. Aber das scheit mir nicht mehr moeglich zu sein. So genau weiss ich nicht, wann ich dicht gemacht habe, wann ich mich verschlossen habe fuer Indien, wann ich angefangen habe zu beobachten, zu sagen “oh wie schoen ein bunter Sari, oh schau ein Kamel” und aufgehoert habe dabei irgendetwas zu empfinden. Ich bin mir nicht sicher wann ich angefangen habe mich auf alles negative zu konzentrieren, ab wann ich wo immer ich war eine Bestandsaufnahme des Schmutzes, der Unvollkommenheit, des Stuemperhaften zu machen. Und ich wiess nicht ob ich damit aufhoeren kann. Wie gesagt ich weigere mich mir das einzugestehen.
Frag mich wie mei Urlaub ist und ich werde ausweichend sagen “ja ganz gut nicht so wie ichs mir vorgestellt habe. Indien ist wirklich unglaublich.” Warum kann ich nicht zu geben, dass ich Indien am liebsten in den Arsch treten wuerde, so jetzt reichts, lass mich in Frieden.
Und dann die Reise ab hier nochmal neu beginnen.
Naja versuchen wir es halt. Ich beginne den Rest meines Urlaubs morgen, mit dem Taj Mahal!

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Tag 18-22 Jaipur und immer noch Jaipur

14.8. Neues Hostel gesucht und gefunden. Sehr nett. Amber Fort angeschaut, sehr erstaunlich gross, Gero Kopfschmerzen. Palast der Winde angeschaut, Hawa Mahal, ein schoener Name, der einem andere Bilder in die Kopf pflanzt. Gero Atemschmerzen. Hostel, mehr Schmerzen. Krankehaus Anabel Schmerzen bei diesem Anblicke, leichte Nervenzusammenbrueche. Anderes Krankenhaus. Gero leicht vergroesserte Leber und Milz. Diagnose Leberinfektion, auf englisch bzw. Latein Hepatitis. Anabel leichter Nervenzusammenbruch “dann hab ich acuh ne Hepatitis, ich will keine Hepatitis haben”. Nein, das waere keine virale, nur ne bakterielle. Apotheke Antibiotika, Hostel Schlafen

15.8. ein Tag im Hostel, ein Tag mit dem Gedanken heim zu fahren

16.8. ein Tag im Hostel, Gero wieder unter den Lebenden, Ich mit leicht wiederkehrenden Schmerzen. Fruehabendlicher Ausflug in ein Kino, das Kino an sich interessanter als der drei Stunden Bollywood Film mit zu wenig Getanze und Gesinge. Ein Filmpalast in der Tat.

17.8. Anabel Schmerzen. Krankehaus, Blutunteruchung, Sono, Roentgen. waerend der Wartezeit auf die Ergebnisse ein Abstecher zum CityPalace, ein Blick darauf, dann Eintauchen in Maerkte, Staende voller Stoff und noch mehr Stoff und wie viel Stoff kann es in einem Land nur geben?
Krankenhaus: Anabel gesund, voellig gesund. Alles heile normal und gesund, und die Schmerzen? Naja man weiss es nicht, es ist ein Raetsel aber man kann ja man Antibiotika nehmen. Ob man denn Geros Leberwerte auch mal ueberpruefen koenne. Aber most certainly. Bitte morgen frueh die Ergebnisse abholen.

18.8. Anabel wundergeheilt. mal wieder… Geros Leberwerte normal, ganzhervorragend normal. Ja ob man denn dann nicht auch noch die anderen Blutwerte bestimmen koenne, man muesse ja sicher sein und ueberhaupt, was ist den mit diesen Schmerzen. Also eine weitere Blutuntersuchung und ein Roentgen fuer den Herren. Man solle dann um drei wieder da sein.
Galta Monkey Temple. Nach langem warmen Auf- und wieder Abstieg in einer Schlucht oder ein Tal quasi hinter oder neben der Stadt stehen wir in einem Tempelkomplex mit Wasch Gahts. Maenner waschen sich im heiligen Wasser, Affen spielen, Frauen sitzen. Wir bestaunen unfoermige angebetete orange steine, und schwarze klumpen mit augen in Saenften-Schaukeln, denen die kleinsten Kerzen der Welt angezuendet werden. Werden von Affen angefallen, machen uns auf den Reuckweg. Frauen baden Affen spiele, Maenner glotzen, gaffen, geifern…
Krankenhaus: “Don’t worry, your Liver is ok, enjoy the Alkohol. Everything is fine.Go away and have fun.” ja aber aber die Schmerzen… ach was solls scheiss drauf morgen fahren wir nach Agra.

Ach ja noch ne Randbemerkung: Ich hocke ueber einem Indischen Klo im Krankenhaus, der Boden ist nass, in meinem Blickfeld: Die Spiegelung der Wand hinter mir mit einer Mittelscheitelfrisur… Mir hat tatsaechlich ein Inder ueber die Mauer beim pinkeln zu geguckt und dann hat er sich auchnoch geweigert sich von mir anschreien zu lassen ob seiner unter anderen Indern perfekt zu wahrenden Anonymitaet. eine Frechheit sondergleichen schon immer wollte ich jemanden hemmungslos anschreien und ich wollte auch schon immermal jemanden am Kragen packen. Und dieser Wicht gibt mir zwar einen Anlas, verwaehrt mir aber die Moeglichkeit…

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