21./22.8. Lest selbst Varanasi
heiliger Ganga…
der absolute Wahnsinn
ich kann nix schreiben, ich hab keine Lust, ich will nicht mehr.
jetzt nicht, heute ist kein guter Tag ich wuerde Varanasi Unrecht tun.
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21./22.8. Lest selbst Varanasi
heiliger Ganga…
der absolute Wahnsinn
ich kann nix schreiben, ich hab keine Lust, ich will nicht mehr.
jetzt nicht, heute ist kein guter Tag ich wuerde Varanasi Unrecht tun.
ich beginne also den rest meines Urlaubs mit dem Taj Mahal.
Das war eigentlich ein guter Plan. Aber ich habe Indien vergessen. Heimtueckisches Indien.
Wer haette das wissen koennen. Ich jedenfalls nicht. Aus mehreren Gruenden: zum einen habe ich den ueberblick verloren, ich weiss zwar welches Datum ist, das verraet meine Uhr mir, aber wen interessiert im Urlaub schon der Wochentag. zum anderen ist meine Ignoranz wohl ziemlich grenzenlos, wahrscheinlich generell und im Moment noch mehr, da ich so mit mir selber bzw. mit uns beschaeftigt bin, dass alles andere mein Interesse kaum zu wecken mag.
Ich wusste es also nicht, deshalb waren wir FREITAGS IN AGRA. Freitags in Agra, der Stadt in der der Taj Mahal steht, eines der beruehmtesten Bauwerke der Welt, auf unzaehligen Postkarten und Bildern verewigt, geruehmt, angebetet, ohne Frage ueberschaetzt und verklaert, aus weissem Marmor, in beispielloser Symetrie errichteter wundervoller Taj Mahal.
Erbaut von irgendwem fuer die Irgendwems Liebslingsfrau als Mausoleum. wen interessierts. Irgendwem hatte wohl irgendwas mit den Mogulen zu tun. wen interessierts. und, dass die mogule dem Islam angehoeren. und Muslime in Moscheen beten. eine Moschee neben dem tollen Verschwendungsbauwerk steht in dem Muslime beten. wen interessiert das eigentlich?
Ach grenzenlose Ignoranz… Muslime, die beten gerne freitags. die beten gerne freitags in ruhe in ihrer lieblings Moschee neben dem Taj Mahal. ganz in Ruhe, ungestoert, alleine. Tore zu!
Freitags in Agra, das Motto dieser Reise.
eine Zusammenfassung, ein zwischen Fazit, eine Bestandsaufnahme, ein Rueckblick auf diese Reise bis hierher? Oder auch nicht, vielleicht eher der Versuch mir darueber klarzuwerden wie es mir geht, wie es mir ging, ob ich hier sein moechte ob ich hier sein wollte.
Was ist Indien fuer mich? Mag ich es? Ich weigere mich hartnaeckig und die meiste Zeit mit Erfolg mir selber einzugestehen, dass ich es nicht leiden kann, dass ich es hasse, dass ich mich hier nicht wohl fuehle, dass ich mich nicht zurecht finde und es nicht geniessen kann. Warum kann ich das nicht? Erstmal ist es mir unmoeglich nicht daran zu denken, dass alle anderen es anscheinend total toll finden. das bedeutet dann wohl, dass es an mir liegt, nicht am Land, dass meine Einstellung zu diesem Land daran Schuld ist, dass ich es nicht mag. Un d ich will iegentlich gar keine Einstellung haben, ich will mir keine Meinung bilden. Das hiesse ja ich staende ausserhalb, abseits und wuerde mir das alle einfach nur anschaun, ich will es aber doch erleben, aufnehmen. Aber das scheit mir nicht mehr moeglich zu sein. So genau weiss ich nicht, wann ich dicht gemacht habe, wann ich mich verschlossen habe fuer Indien, wann ich angefangen habe zu beobachten, zu sagen “oh wie schoen ein bunter Sari, oh schau ein Kamel” und aufgehoert habe dabei irgendetwas zu empfinden. Ich bin mir nicht sicher wann ich angefangen habe mich auf alles negative zu konzentrieren, ab wann ich wo immer ich war eine Bestandsaufnahme des Schmutzes, der Unvollkommenheit, des Stuemperhaften zu machen. Und ich wiess nicht ob ich damit aufhoeren kann. Wie gesagt ich weigere mich mir das einzugestehen.
Frag mich wie mei Urlaub ist und ich werde ausweichend sagen “ja ganz gut nicht so wie ichs mir vorgestellt habe. Indien ist wirklich unglaublich.” Warum kann ich nicht zu geben, dass ich Indien am liebsten in den Arsch treten wuerde, so jetzt reichts, lass mich in Frieden.
Und dann die Reise ab hier nochmal neu beginnen.
Naja versuchen wir es halt. Ich beginne den Rest meines Urlaubs morgen, mit dem Taj Mahal!
14.8. Neues Hostel gesucht und gefunden. Sehr nett. Amber Fort angeschaut, sehr erstaunlich gross, Gero Kopfschmerzen. Palast der Winde angeschaut, Hawa Mahal, ein schoener Name, der einem andere Bilder in die Kopf pflanzt. Gero Atemschmerzen. Hostel, mehr Schmerzen. Krankehaus Anabel Schmerzen bei diesem Anblicke, leichte Nervenzusammenbrueche. Anderes Krankenhaus. Gero leicht vergroesserte Leber und Milz. Diagnose Leberinfektion, auf englisch bzw. Latein Hepatitis. Anabel leichter Nervenzusammenbruch “dann hab ich acuh ne Hepatitis, ich will keine Hepatitis haben”. Nein, das waere keine virale, nur ne bakterielle. Apotheke Antibiotika, Hostel Schlafen
15.8. ein Tag im Hostel, ein Tag mit dem Gedanken heim zu fahren
16.8. ein Tag im Hostel, Gero wieder unter den Lebenden, Ich mit leicht wiederkehrenden Schmerzen. Fruehabendlicher Ausflug in ein Kino, das Kino an sich interessanter als der drei Stunden Bollywood Film mit zu wenig Getanze und Gesinge. Ein Filmpalast in der Tat.
17.8. Anabel Schmerzen. Krankehaus, Blutunteruchung, Sono, Roentgen. waerend der Wartezeit auf die Ergebnisse ein Abstecher zum CityPalace, ein Blick darauf, dann Eintauchen in Maerkte, Staende voller Stoff und noch mehr Stoff und wie viel Stoff kann es in einem Land nur geben?
Krankenhaus: Anabel gesund, voellig gesund. Alles heile normal und gesund, und die Schmerzen? Naja man weiss es nicht, es ist ein Raetsel aber man kann ja man Antibiotika nehmen. Ob man denn Geros Leberwerte auch mal ueberpruefen koenne. Aber most certainly. Bitte morgen frueh die Ergebnisse abholen.
18.8. Anabel wundergeheilt. mal wieder… Geros Leberwerte normal, ganzhervorragend normal. Ja ob man denn dann nicht auch noch die anderen Blutwerte bestimmen koenne, man muesse ja sicher sein und ueberhaupt, was ist den mit diesen Schmerzen. Also eine weitere Blutuntersuchung und ein Roentgen fuer den Herren. Man solle dann um drei wieder da sein.
Galta Monkey Temple. Nach langem warmen Auf- und wieder Abstieg in einer Schlucht oder ein Tal quasi hinter oder neben der Stadt stehen wir in einem Tempelkomplex mit Wasch Gahts. Maenner waschen sich im heiligen Wasser, Affen spielen, Frauen sitzen. Wir bestaunen unfoermige angebetete orange steine, und schwarze klumpen mit augen in Saenften-Schaukeln, denen die kleinsten Kerzen der Welt angezuendet werden. Werden von Affen angefallen, machen uns auf den Reuckweg. Frauen baden Affen spiele, Maenner glotzen, gaffen, geifern…
Krankenhaus: “Don’t worry, your Liver is ok, enjoy the Alkohol. Everything is fine.Go away and have fun.” ja aber aber die Schmerzen… ach was solls scheiss drauf morgen fahren wir nach Agra.
Ach ja noch ne Randbemerkung: Ich hocke ueber einem Indischen Klo im Krankenhaus, der Boden ist nass, in meinem Blickfeld: Die Spiegelung der Wand hinter mir mit einer Mittelscheitelfrisur… Mir hat tatsaechlich ein Inder ueber die Mauer beim pinkeln zu geguckt und dann hat er sich auchnoch geweigert sich von mir anschreien zu lassen ob seiner unter anderen Indern perfekt zu wahrenden Anonymitaet. eine Frechheit sondergleichen schon immer wollte ich jemanden hemmungslos anschreien und ich wollte auch schon immermal jemanden am Kragen packen. Und dieser Wicht gibt mir zwar einen Anlas, verwaehrt mir aber die Moeglichkeit…
4 Kommentare
11.8. Weiterreise am Morgen von Jodhpur nach Adjmer nach Pushkar. Schoenstes Hostel Indiens Gero mit unglaublichen Kopfschmerzen, eine kleine Runde ueber den Touri Bazar, Gero mit Kopfschmerzen und Fieber ins Bett
12.8. Gero fit abgesehen von leichtem Durchfall, Ich panisch verzweifelt veraengstigt zusammengekauert auf dem Bett im schoenen Hostel auf der schaukelnden Bank im Innenhof nicht mehr ganz so verzweifelt waerend draussen die strasse einen Meter unter wassersteht, ich im Bett eines anderen Hostels mit Fieber. Die Entscheidung faellt ein anderes Antibiotikum zu nehmen und am naechsten Tag nach Jaipur zu fahren, grosse Stadt mit Krankenhaus, weil Aerzte alle Stuemper
13.8. Gero gesund ich in Ordnung, einzigen Brahma Tempel der Welt angeschaut, am BadeGhat vorbei geschaut, den Bus nach Jaipur genommen. Abends angekommen scheiss Hostel gefunden.
eine kleine Auswahl hier
absoluter Liebling: Ich und mein Inneres Ich…
7.8.-10.8.
Der erste Tag an dem wir rumgelaufen sind und Kamelsafaris gesucht haben, wir uns nicht entscheiden konnten und ich krank war
Der zweite Tag an dem wir eine Pause gemacht haben damit es mir besser geht, den wir a pool verbracht haben, an dem es mir gut ging, an dem Gero seinen Sonnenstich bekommen hat
Der dritte Tag an dem Gero im Bett lag, einen ayuvedischen Tees aus Holz und Hirse und einen Doktor einen negativen Malariatest, ein Antibiotikum und schmerz und Magentabletten zur Besserung bekommen hat, am dem es mir gut ging bis zum Abend an dem es mir schlecht ging, in dessen Nacht ich fast 40 grad Fieber hatte
Der vierte Tag an dem ich einen Doktor, eine Blutentnahme, ein Roentgen, ein Antibiotikum und Schmerzmittel zur Besserung bekommen habe, an dessen Abend es mir besser ging und dessen Nacht wir im Zug nach Jodhpur auf dem Weg nach Pushkar verbrachten.
Wenn der Lonely Planet sagt ein beliebtes Ausflugsziel fuer einheimische ob seiner Lage ausserhalb der Stadt und dem Idyll abseits vom Trubel, sollte man scharf nachdenken ob einem die Besichtigung von drei Kenothapen und der Anblick von 16 Goetterbildern das wert ist.
Weil: beliebtes Ausflugsziel fuer einheimische meint, dass da viele Inder hinfahren um ihren muelle auf die gruene wiese zu schmeissen und wenn sie dazwischen zeit haben die Auslaender zu umringen und anzustarren und am besten noch anzufassen, ein bisschen waesche zu waschen, sich bei alten Maennern am Strassenrand auf die waage zustellen.
Moechte man sich also aergern, sollte man fahren, ekelt man sich gerne auch, an sonsten kann man das eigentlich auch vor dem hostel, wo sie grade den Strassengraben reinigen, das heisst die kanalisation, das heisst tonnenweise schwarsen stinkenden schlamm aus der gosse ausschueppen.
Ich glaube als wir damit fertig waren, dem ekeln und aergern, sind wir in den bus gestiegen nach Jaisalmer.
Meherangarh ein Name wie aus einer Geschichte ueber ein weit entferntes geheimnisvolles Land, ein Land voller Mythen. Ein Name wie aus einem Traum wie aus 1001 Nacht.
Meherangarh erbaut von den Maharajas der Rajputen um von hier aus ihr Reich, das “Land des Todes” Marwar zu regieren. Der Stoff aus dem Maerchen gemacht sind.
Von Kipling als “the work of angels and giants” beschreiben, inspirierte es Aldous Huxley zu sagen “…from the bastions of the Jodhpur Fort one hears as the gods must hear from Olympus, the gods to whom each separate word uttered in the innumerably peopled world below, comes up distinct and individual to be recorded in the books of omniscience”
Monumental!
der bericht folgt spaeter oder morgen, hab grade keine lust mehr grossartig zu schreiben. nur soviel: wir sind aus jaisalmer raus, das wir leider nicht richtig geniessen konnten, da wir abbwechselnd flach lagen. sind jetzt nach langer reise in pushkar, haben ein tolles hotel und sind recht gesund und munter bis auf geros kopfschmerzen (im grunde sind die eigentlich auch recht munter)
alle einzelheiten zu unserer odyssee durch die indische gesundheitsversorgung (ich werde mir groesste muehe geben das authentisch zu beschreiben und verspreche es wird amuesant) also morgen. bie dahin liebste gruesse von einer sehr erleichterten, der ruhe noch nicht ganztrauenden schmerzfreien anabel.
uhh…ein highlight noch, gleichzeitg ein erstesmal: der Mann am Busbahnhof (dummer begriff uebrigens) der auf der seite, in einer ecke zwischen treppe und wand und dreck liegend sich einen runter holt…hmmm…..